Dick und attraktiv – geht das?

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In den letzten Wochen hört man ja besonders viel in Sachen Fat-Shaming: Also diverse Videos, Fernsehshows und Webseiten, die dicken Menschen sagen, sie sollten sich gefälligst mal zusammenreißen und abnehmen. Natürlich haben die völlig Recht. Sobald man sich als fetter Mensch anstrengt, kann man abnehmen. Leicht ist das natürlich nicht – und da spreche ich aus eigener Erfahrung. Zusammenreißen, Sport machen und anders essen geht aber – und auch da spreche ich aus eigener Erfahrung.

Über die gesundheitlichen Probleme, die mit zu viel Körperfett einher gehen, brauchen wir ja gar nicht mehr zu diskutieren – ein Blick auf wissenschaftliche Studien zeigt klare Zusammenhänge von Körperfett und einer riesigen Anzahl von (durch Abnehmen vermeidbaren) Krankheiten.

Das gilt auch für die Attraktivität übergewichtiger Menschen: Wer fett ist, hat weniger Chancen beim anderen Geschlecht. Hunderte Studien belegen, dass dicke Menschen vom anderen Geschlecht als weniger attraktiv eingeschätzt werden. Die Gründe liegen klar auf der Hand:

Betrachtet man die wichtigsten Punkte, die Männer und Frauen für das andere Geschlecht attraktiv machen, so wird schnell deutlich, dass Übergewicht eine große Rolle spielt.

Bei Frauen ist der Punkt „gesund“ unter den Top 4 – wobei wir wieder bei dem Zusammenhang von Körperfett und Gesundheit wären. Gleiches (jedoch nicht ganz so stark) gilt für Männer, die zudem weder körperliche Fitness vorweisen können (Attraktivitätspunkte „muskulös“ und „körperlich fit“), noch große Hoffnungen als Versorger machen können – denn die Chancen auf ein frühes Dahinscheiden aufgrund von Herzproblemen, Schlaganfällen, diversen Krebsarten usw. lassen sich leicht an der Körperfülle ablesen.

Die natürliche (!) Reaktion auf übergewichtige Menschen seitens des anderen Geschlechts ist also: „Eeeeeeh, nein danke!“ Das hat auch nichts mit dem vermeintlichen „Schönheitsideal“ oder „Schlankheitswahn“ unserer Gesellschaft zu tun. Richtig ist nur, dass dieser „Eeeeeeh-Effekt“ durch Internet, Aufschrei- und Ausredenkultur verstärkt wird. Auch wenn die Brigitte und diverse Werbekampagnen gerne mal dickere Frauen als Models hernehmen, um ein „natürliches“ Bild von Frauen zu bestärken: Dick ist alles andere als natürlich – wissenschaftlich gesehen nämlich sowohl ungesund als auch unattraktiv! Nur weil unsere Körper einen eingebauten Mechanismus haben, überschüssige Kalorien in Form von Fett zu speichern, heißt das noch lange nicht, dass Bewegungsfaulheit und schlechte Ernährungsweisen als natürlich – und somit als richtig (oder sogar wünschenswert) – eingestuft werden dürfen. Wieso sollte der alte Spruch unserer Eltern „und wenn andere XYZ, dann machst DU das auch?!?“ plötzlich nicht für Fettleibigkeit gelten? Nur weil wir alle im Schnitt locker 10 kg mehr auf den Rippen haben als sämtliche Generationen vor uns? Wohl kaum!

Denkt man dies einen Schritt weiter und wundert sich, wieso dicke Menschen trotzdem Partnerschaften führen, so gilt für einen gehörigen Anteil dicker Leute, dass in unserer gegenwärtigen Lage einfach nicht genügend dünne (und potenziell gesunde) Menschen für alle da sind. Will man nicht alleine bleiben (und hat vielleicht selbst ganz generelle Probleme mit dem anderen Geschlecht), so hat man gar keine andere Chance als auf einen dicken Partner zurückzugreifen. Den meisten Betroffenen unterstelle ich jedoch den (mehr oder weniger) heimlichen Wunsch nach einem schlankeren Partner. Werbung, Pornografie, Hollywood, Fernsehen, usw. (also Orte, in denen uns mithilfe unserer geheimen Wünsche, irgendwas verkauft wird) sprechen da eine deutliche Sprache.

Die gute Nachricht: Dicke Menschen können sehr attraktiv sein! Das liegt ganz einfach an der Tatsache, dass es in Sachen Partnerwahl eben nicht nur um die Körperfülle geht, sondern auch noch um ganz andere Punkte. Eine E-Mail eines Lesers war da ein ganz gutes Beispiel. Da war ein junger Mann ganz geschockt von der Tatsache, dass er eine Frau attraktiv fand, die einiges zu viel auf den Rippen hatte. Das Geheimnis liegt hier in den vielen anderen Punkten in Sachen Attraktivität, die sich grob als „guter Charakter“ zusammenfassen lassen. Geht also.

Das Problem jedoch ist, dass sich zu viel Fett auch auf den Charakter auswirkt: Dicke Menschen haben eher weniger Selbstbewusstsein, schämen sich, fühlen sich in der eigenen Haut unwohl, sind zurückhaltender, verbrennen viel zu viel Energie (die sie für die Aufmerksamkeit auf andere Menschen nutzen könnten) beim Nachdenken über den eigenen Körper etc. und oft wird versucht, dies zu überspielen – was jeder sofort bemerkt und wiederum als nicht attraktiv eingestuft wird.

Grob zusammengefasst: Dicksein ist gefährlich – für die körperliche Gesundheit, das psychische Wohlbefinden, sämtliche Arten von Beziehungen zum anderen Geschlecht und zu anderen Menschen ganz allgemein. In allen Bereichen verschafft man sich mit Übergewicht unnötige Probleme, die sich jedoch beiseiteschaffen lassen. Ich weiß genau, dass dies nicht leicht ist – aber abnehmen lohnt sich und es ist nicht so schwer wie man denkt.

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Ein Kommentar zu Dick und attraktiv – geht das?

  1. Mijal sagt:

    Im Prinzip haben Sie ja Recht, das ist aber wieder so verkürzt. Denn sie differenzieren nicht zwischen mager, dünn, mittelmäßig, mollig, fettleibig. Die einzigen Kategorien die definitiv ungesund sind, sind mager und fettleibig. Bei Molligen kommt man grade dahinter, dass es auch welche gibt, die so geboren wurden und dabei sehr gesund sind. Es gibt nämlich „gesundes“ und „ungesundes“ Fett. Allerdings sieht man es denen auch an, dass das „gesundes“ Fett ist. Zweitens haben Frauen von Natur aus einen höheren Fettanteil als Männer und das finden die meisten Männer auch gut so – seien Sie ehrlich, so ohne Kurven ist doch auch nicht fein, oder? Anders als Hollywood und Konsorten uns glauben machen wollen, muss Frau nicht gaaanz so dünn sein, um attraktiv zu sein. Wichtig ist laut Attraktivitätsforschung bei Frauen vor allen Dingen das Taille-Hüft-Verhältnis und nicht so sehr die Fettmenge an sich. Dicke Männer hingegen punkten eigentlich nur mit Geld und Macht oder einem besonders guten Charakter. Auch die Waage ist nur bedingt aussagekräftig, da es tatsächlich „schwere“ Menschen gibt, die nicht fett sind und auch überhaupt nicht so aussehen. Letzteres ist eine persönliche Erfahrung, da ich solche Kinder habe, die zwar extrem schwer sind, aber laut Kinderarzt nicht zu dick oder gar fett, und die auch ganz schlank aussehen. Diese Menschen haben dann ein spezielles Verhältnis von kräftigem Knochenbau, Muskelmasse und natürlich auch anteilig Fett. Und falls Sie diesen Kommentar wieder als persönliches Geschwafel brandmarken wollen, seien Sie versichert, dass ich persönlich mit dem Thema „Fett-Sein“ kein besonderes Problem habe, da mein BMI im Normalbereich liegt, obwohl ich den gleichen Knochenbau habe wie meine Kids, mein Teile-Hüft-Verhältnis ebenfalls gut ist und ich mit ziemlich viel Holz vor der Hütte gesegnet bin. Ich habe also keine Probleme mit meiner Figur. Da ich aber eine latente Schilddrüsenunterfunktion habe, weiß ich genau, dass Gewichtskontrolle nicht so einfach ist, wie alle sagen, und dass die Hormone beim Thema Körperfettanteil eine noch größere Rolle spielen können als die Ernährung, besonders das Östrogen – ein Problem, dass die Männer mal wieder nicht haben.

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