Gefährliches Nichtwissen – Warum wir mit dem Meinen aufhören müssen!

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Loading... Heute wird es ein bisschen kompliziert – aber keine Angst, es lohnt sich dabei zu bleiben!

Wir leben in einer Zeit der Meinungen – jeder hat zu jedem Thema eine persönliche Meinung, was ja ganz normal und sogar gut ist. Schlimm ist die Sache jedoch, wenn wir diese Meinung mit richtigen Fakten verwechseln und uns davon bei den Entscheidungen in unserem Leben beeinflussen lassen. Und heutzutage ist es besonders einfach irgendwelchen Meinungen auf den Leim zu gehen, weil uns Freunde, Medien und sogar vermeintliche Wissenschaften Meinungen als Wissen verkaufen wollen und uns durch häufiges Wiederholen suggerieren, diese wären echte Tatsachen. Oft interpretieren völlige Laien, in Form von Journalisten oder Bloggern, wissenschaftliche Studien verzerrt, falsch und ohne entsprechenden Kontext, vermeintliche Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung und mischen dies mit der eigenen persönlichen Meinung.

Hier wird eine unglaublich freche Rosinenpickerei betrieben: Kaum jemand würde die wissenschaftlichen Erkenntnisse eines Albert Einstein als reine Meinung abtun. Die meisten haben davon nämlich viel zu wenig Ahnung, um dazu eine eigene Meinung formen zu können. Außerdem würde das auch bedeuten, dass wir nicht glauben dürften dass beispielsweise das GPS in unseren Handys funktioniert. Einstein hatte ja nur eine Meinung, nicht wahr?

Manchmal hören wir solche Meinungen und finden sie irgendwie erstaunlich: Die Hummel, die nach den Regeln der Physik gar nicht fliegen dürfte. Das gibt dann tolle Tischgespräche, mit denen wir andere beeindrucken können. Zum Glück googeln die meisten sowas nicht sofort und haben ein bisschen Angst davor, eine Diskussion mit dem Schlaumeier zu beginnen, der auch noch sämtliche rhetorische Tricks auspackt, um uns dumm dastehen zu lassen.

Je weiter wir uns von besonders schwierigen und abstrakten Wissenschaften wie Physik und Mathematik entfernen, umso mehr können wir dann wieder mithalten: Bei Ernährung, Medizin und dem Thema meines Blogs – Männer und Frauen – kann man locker aus der eigenen Erfahrung und dem Bauchgefühl argumentieren und schaut dabei gar nicht so schlecht aus. Vor allem, wenn man sofort gegenteilige persönliche Erfahrungen zitieren kann: „Ich hab schon so viele Diäten probiert, aber konnte kein Gramm abnehmen! Liegt wohl an xyz!“ (Ein ganz wunderbares Blog zu diesem Thema ist übrigens „Fettlogik“ oder „Meine Oma hat jeden Tag eine Schachtel Zigaretten geraucht und ist 96 geworden!“ oder der Klassiker gegen sämtliche wissenschaftlichen Erkenntnisse: „Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“

Das Ergebnis für unserer gegenwärtige Gesellschaft: Wissenschaft erscheint immer mehr als reine Meinung, die der eigenen Meinung als gleichwertig gegenübersteht.

Dies ist gefährlich!

Das ist vielleicht auf Partys und beim Weintrinken mit Freunden ganz nett, aber sonst ist das reiner Bullshit! Jeder, der so einen Blödsinn anbringt zeigt nur das eine: Absolutes Nicht-Wissen zu diesem Thema und eine klare Weigerung, sich wirklich mit dem jeweiligen Thema auseinanderzusetzen.

All das führt zu einem Aufweichen des Vertrauens in wissenschaftliche Forschung – schließlich „kann man das so nicht sagen“, denn alles ist ja relativ, nicht wahr? Ist es – aber nur in den Köpfen denkfauler Menschen, die sich ihr Weltbild auf diese Weise aufgebaut haben und entsprechende Schwierigkeiten haben, dies zu hinterfragen. Oder einfach nur, weil es angenehmer und leichter ist, die Welt als relativ und nicht rationell fassbar zu verstehen – Gehirn aus und voller Hoffnung rein in die Welten der alternativen Medizin, Religion und Sinnsuche. Das nennt man dann „postmodernen Relativismus“.

Dabei ist es eigentlich relativ einfach: Selbst, wenn wir die Wissenschaft als eine Art Meinung ansehen, die anderen Meinungen gegenübergestellt wird, ist sie die einzige „Meinung“, die sich geformt hat, weil jemand eine Frage gestellt und deren Antwort aufgrund von Beweisen gesucht und bestätigt – oder widerlegt – hat. Sämtliche anderen Meinungen haben sich aus persönlicher Erfahrung, Gerüchten, Medienberichten, Meinungen anderer Menschen usw. geformt. Haben also nur einen relativ schwachen Bezug zur Realität. Und vor allem – es gibt dafür keine Beweise.

Wissenschaft ist also die einzige „Meinung“, die bewiesenen Bezug zur Realität hat. Kaum ein Wissenschaftler käme auf die Idee, Ergebnisse zu veröffentlichen, die nicht gut genug bewiesen sind und auch jederzeit von anderen Wissenschaftlern überprüft werden können. Die wenigen, die sich so etwas trauen, werden meistens sofort damit erwischt. Keine andere Meinungsbildung funktioniert auf diese Art.

Keine gegenteilige Meinung hat also wirklichen Bestand, wenn die Wissenschaft etwas als Fakt bewiesen hat! Zur reinen Unterhaltung sind Meinungen eine gute Sache – zum erfolgreichen Leben jedoch sind solche Meinungen im harmlosesten Fall nutzlos. Im schlimmsten Fall sogar tödlich – siehe die Diskussionen um Impfungen, Ernährung, alternativer Medizin und hier im Blog in Sachen Männer und Frauen.

Am Beispiel „Männer und Frauen“ lässt sich leicht zeigen, wie die Fakten zu einem Thema noch von einer anderen Auswirkung der gegenwärtigen Meinungskultur weiter aufgeweicht wird: In letzter Zeit schleicht sich an den Unis der westlichen Welt eine gefährliche Meinung in Form von „Genderwissenschaft“ ein, welche die freie, realitätsbasierte Diskussion weiter erschwert. Hier wird etwas unter dem Deckmantel der Wissenschaft verkauft, was meist jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehrt.

Wie oben beschrieben, stellt die Wissenschaft Fragen, deren Beantwortung dann durch die Überprüfung an der Realität vorgenommen wird. Ein Grundsatz jeder Wissenschaft ist, logisch, strukturiert und systematisch nach diesen Antworten zu suchen und daraus Theorien zu bilden, welche uns unsere Welt erklären. Dies ist ein ständiger Prozess, der zu immer stärkeren Theorien führt, welche unsere Welt immer besser, genauer und verständlicher erklären. Dabei gilt, dass nur diejenigen „Theorien überleben, die sich an der Erfahrung bewähren“. Wobei „Erfahrung“ hier „an der Realität überprüfbar“ bedeutet.

Die Genderwissenschaft begeht hier jedoch einen – wissenschaftlich – tödlichen Fehler: Sämtliche Grundlagen auf denen diese „Wissenschaft“ aufbaut, stützt sich auf Postulate (!) – also auf reinen Annahmen, die nicht nur völlig unbewiesen sind, sondern die von allen Nachbarwissenschaften schon längst als falsch bewiesen wurden. Hier wird also ein sehr wackeliges Kartenhaus aufgebaut, welches nur von Meinungen aufrechtgehalten wird, und nicht von Fakten!

Es gibt natürlich einige wenige Ausnahmen, die zum Thema „Gender“ ganz wunderbare und wissenschaftlich richtige Forschung betreiben. Diesen ist jedoch allen gemeinsam, dass hier nicht mit falschen Postulaten, sondern über richtige Fakten argumentiert wird.

Die Genderwissenschaft an sich ist jedoch rein politisch motiviert (ganz besonders durch Feminismus) und erfahren nur deswegen einen Aufschwung in unserer Zeit, weil hier Ergebnisse geliefert werden, die zur gegenwärtigen Meinung über Männer und Frauen in unserer Gesellschaft passen. Fakten spielen dabei höchstens eine untergeordnete Rolle oder sind reiner Zufall – genau wie bei den Diskussionen einer Stammtischrunde zu einem schwierigen Thema.

Genauso könnte man eine Wissenschaft zum Fliegenden Spagetti-Monster erfinden und dafür Lehrstühle an allen deutschen Unis einrichten – aber das wäre ja albern, nicht wahr?

Ganz toll zu diesem Thema ist der kurze Film des norwegischen Komikers Harald Eia „YouTube: Das Gleichstellungs-Paradox“.

Es wird also Zeit, dass wir lernen, kritisch zu denken, und nicht dem ganzen Müll aus den Medien (inklusive der großen und renommierten Zeitungen, die auch nur Auflagen steigern wollen und entsprechend weniger Wissen, sondern fast nur noch reine Meinungen verbreiten!) hinter uns lassen und im Zweifel eine Bibliothek oder mindestens Google Scholar aufsuchen und selbst ein bisschen in ordentlichen Studien nachschauen, was Fakt ist und was nicht. Alles andere sind Meinungen – je stärker diese unser Leben beeinflussen, umso eher sollten wir uns Mühe geben und richtige Informationen suchen. Ansonsten ist das reines Entertainment!

Natürlich ist mein Blog keine wissenschaftliche Angelegenheit, jedoch bleibe ich mit sämtlichen Behauptungen so nahe an den wissenschaftlichen Fakten und den entsprechenden Tipps und Produkten wie irgend möglich. Wenn ich also schreibe, dass etwas von der Wissenschaft gezeigt wurde, dann gibt es dazu Forschungsergebnisse, die dies eindeutig zeigen. Wenn etwas meiner eigenen Beobachtung entstammt, so ist dies auch so geschrieben. Wenn Sie mir nicht glauben, dann überprüfen Sie dies einfach selbst an der Realität und betreiben Ihre eigene kleine Forschung. Wenn Sie den Studien nicht glauben – forschen Sie selbst und erwischen Sie die Wissenschaft, wenn dort etwas Falsches geschrieben wurde.

Lesen Sie auch meine E-Books!

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4 Kommentare zu Gefährliches Nichtwissen – Warum wir mit dem Meinen aufhören müssen!

  1. Theo sagt:

    Der Text ist zwar schon einige Monate alt, aber dennoch möchte ich dazu gerne etwas beitragen.
    Ich finde es äußerst amüsant, dass Sie gerade wie es Ihnen passt wissenschaftliche Erkenntnisse als Unsinn oder Tatschen hinstellen. Als Biologe kann ich mir nur die Haare raufen, wenn ich sehe wie sie hier argumentieren. Da sie selbst scheinbar einen Doktortitel haben (wobei mich interessieren würde in welchem Fachbereich) sollten sie sich eigentlich mit sogenannten wissenschaftlichen „Tatsachen“ auskennen. Wie sie selbst treffend formulieren versucht die Wissenschaft die Welt mit Theorien zu beschreiben, doch handelt sich es dabei nur um Möglichkeiten die sich im Lauf der Zeit als falsch erweisen oder untermauert werden, womit sie aber nicht bewiesen sind, denn Theorien sind faktisch nicht beweisbar. Die von ihnen in vielen Texten angeführten wissenschaftlichen „Wahrheiten“ über Mann und Frau sind genau solche Theorien, wobei meist deren scheinbare Belege stark umstritten sind. Es gibt bei weitem keinen wissenschaftlichen Konsens über die Verhaltensweisen die sie immer wieder als biologisch und evolutionsgeschichtlich begründet darstellen.
    Daher bin ich sehr verwundert über ihre Aussage in diesem Text, da sie selbst keine Studien aufführen, die die von ihnen so oft genannte „wissenschaftliche Grundlage“ ihrer dargestellten MEINUNG bildet.
    Sie haben in ihrem Text geschrieben, dass dieser Blog keine wissenschaftliche Angelegenheit ist, aber wenn sie behaupten etwas sei wissenschaftlich fundiert, dann geben sie bitte auch die Quelle an die diese Theorien darstellt (auch wenn das kein wissenschaftlicher Blog ist), ansonsten sind sie für jeden der Aussagen kritisch hinterfragt und die wissenschaftliche „Wahrheit“ überprüfen möchte äußerst unglaubwürdig.

    MfG Theo

    • Dr. Jochen Konrad sagt:

      Lieber Theo,

      selbst wenn wir Ihnen glauben würden, dass Sie Biologe sind, so disqualifizieren Sie sich leider selbst durch Ihre Aussagen in Sachen „Theorien“ – „Theorien sind faktisch nicht beweisbar“?!?!? WTF (was nicht „wissenschaftlich theoretisch fundiert“ heißt, sondern „WHAT THE FUCK“)?! Sie geben hier nichts als die gängigen Stereotypen wissenschaftlich ferner Menschen über Theorien wieder – wissen Sie nicht wie Theoriebildung funktioniert? Bitte beschäftigen Sie sich doch mal ein bisschen mit dem Thema, bevor Sie hier Blödsinn schreiben. Insgesamt haben Sie also NULL Ahnung von Wissenschaft. Also nehme ich doch mal stark an, dass Sie MAXIMAL Diavortrag über die Galapagos-Inseln besucht haben, was Sie aber nicht zum Biologen macht. :-)

      Ein Biologe hätte hier mindestens EINEN faktischen Gegenbeweis aus dem Ärmel schütteln können (wenn er wirklich Falschaussagen meinerseits gefunden hätte) – aber Sie labern hier einfach nur Blödsinn.

      So, dann schalten Sie mal Ihren Computer aus (weil Sie den nicht zur Recherche, sondern für reines Internet-Troll-Verhalten nutzen) und begeben sich doch mal Richtung Uni-Bibliothek um da über Biologie, Theorien, Männer und Frauen, usw. zu lernen, denn WISSEN scheinen Sie ja eher wenig zu besitzen. Auf dem Weg dahin machen Sie am besten mal die Augen auf und überprüfen die von mir in meinem Blog angeführten wissenschaftlichen Tatsachen an der Realität.

      Erfinden Sie als Biologe doch mal ein Spray gegen Trolle, deren Existenz Sie ja so wunderbar demonstrieren konnten.

      Mit besten Grüßen,

      Dr. K

  2. Alter Mann sagt:

    Eine Meinung ist schlicht billig. Sie kostet nichts und ist vor allem deshalb oft wertlos. Erst wenn Menschen handeln, also Ziele verwirklichen (und sei es nur den rechten Fuß vor den linken zu stellen), übernehmen sie Verantwortung und haften für die Konsequenzen. Und des Menschen Handlungen kann man ernstnehmen, sein Meinungsgeschwätz ist oft bloß versuchte Manipulation oder Akt der Selbstvergewisserung.
    In unserer Demokratie passiert es ja inzwischen sogar, daß die Küchenpsychologie die Amtsstuben infiziert und dann deren Übergriffigkeit arge Folgen zeitigt. Und ich sage dies mit einiger Erfahrung, also meiner kleinen Empirie, die natürlich als solche nicht wissenschaftlich ist. Allerdings läßt sich dieses Phänomen auch theoretisch herleiten, daß solch Folgen passieren müssen (Praxeologie).
    Da Sie, werter Herr Dr. Konrad, auf mich einen außerordentlich klugen Eindruck machen und erfreulicherweise arrogant genug sind, gegebenenfalls der Dummschwätzerei deutlich entgegenzutreten, und – noch erfreulicher -, dennoch nicht derart arrogant sind, daß Sie sich eine solche Auseinandersetzung ersparen, wage ich es, Ihnen, meines Erachtens grundlegend zum Thema passend, folgendes erkenntnistheoretische Buch zu empfehlen – und Ihrer werten Leserschaft gerne ebenso: http://goo.gl/VjmRZr
    Bleibt, mich für den viel zu langen letzten Satz zu entschuldigen, doch anders kann ich es nicht. Machen Sie weiter so!

    • Dr. Jochen Konrad sagt:

      Hallo Alter Mann,

      vielen Dank für den netten Kommentar und die Buchempfehlung, der ich demnächst sicher folgen werde.

      Es ist schon schwer mit den Meinungen. Wie Sie ja richtig schreiben, wird da schnell etwas hingemeint, um kurzfristig ganz egozentrisch an Identität und dem eigenen naiven Weltbild zu arbeiten. So kann man sich ganz leicht seiner kognitiver Dissonanzen entledigen, ohne groß Enerige zu verbrauchen und sich selbst zu hinterfragen. Zum Glück sind ja nicht alle Menschen so. :-)

      Mit besten Grüßen,

      Dr. K

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