Warum in Sachen Liebe alles möglich ist

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (31 Bewertungen, Durchschnitt: 4,39 von 5)

Loading...Loading... In letzter Zeit habe ich immer wieder bemerkt, dass vielen Menschen meine Ideen, wie die Sache zwischen Männern und Frauen wirklich funktioniert, nicht mögen. Folgende Dinge bekomme ich zu hören:

  1. Das stimmt doch gar nicht.
  2. So ein Unfug, ich kenne da aber ganz andere Beispiele, wo das nicht so ist!
  3. Wir sind doch schon längst nicht mehr Jäger und Sammler, sondern schon viel „weiter“ und „modern“
  4. Was? Frauen sollen sich den Männern unterwerfen?
  5. Das stimmt heute schon längst nicht mehr!
  6. Das ist vielleicht bei anderen so, aber bei MIR schaut das völlig anders aus!
  7. Wir sind doch keine Tiere!
  8. Etc.

Als Kulturwissenschaftler muss ich hier natürlich ein bisschen klärend einwirken, denn ich merke, dass ein ziemlich großer Anteil der Menschen, mit denen ich spreche, sofort auf Gegenwehr schalten, wenn ich die (richtigen und wissenschaftlich hundertfach überprüften) Grundlagen zu meinen Tipps in Sachen Flirt, Date und Beziehung erkläre.

Wir Menschen sind selbstverständlich keine rein instinktgesteuerten Maschinen, die nur ihrer Biologie folgen. Ganz im Gegenteil: Wir Menschen sind ebenso Kulturwesen, die zum einen als Individuum ganz bestimmte Charakterzüge ererbt haben und von unserer Lebenserfahrung ganz individuell geprägt wurden. Zum anderen sind wir Teil einer bestimmten Kultur, die bestimmte Regeln, Werte und Normen besitzt – woran wir immer teilhaben. Wir werden von dieser Kultur geprägt und prägen die Kultur auch immer mit. (Das ist eine ultrakurze Version des wissenschaftlichen Kulturbegriffs!)

Da uns die Natur jedoch mit bestimmten Grundlagen ausgestattet hat, prägen diese sich natürlich ganz klar darauf aus, wie wir unsere Kultur gestalten. Das gilt insbesondere für alles, was unsere zwischenmenschlichen Beziehungen betrifft – ganz besonders in Sachen Partnerwahl und was wir als attraktiv oder nicht attraktiv empfinden.

Die Kultur erlaubt uns hier zu machen was wir wollen – auch, dass wir völlig gegen unsere Grundprogrammierung handeln. Beispielsweise als Mann eine ältere Partnerin wählen, oder als Frau einen Mann lieben, der klein, dick und arm ist. Die Möglichkeiten sind hier wirklich unendlich und wir alle kennen Beispiele, die zeigen, dass meine Grundlagenartikel nicht für jeden zuzutreffen scheinen.

Trotzdem sehen wir (Sie, ich und sämtliche Wissenschaften, die sich mit dem Menschen beschäftigen) ganz klare Auswirkungen unserer genetischen (psychologischen) Grundprogrammierung im täglichen Leben: Wir suchen uns im Schnitt als Frau einen leicht älteren Partner, als Mann eine etwas jüngere Partnerin. Männer stehen auf Frauen mit einer bestimmten Körperform, Frauen auf Männer mit hohem Status, usw. Die jeweilige Kultur vermag da ein bisschen verzerrend, oder einschränkend zu wirken, aber im Prinzip funktioniert die Sache zwischen Männern und Frauen auf der ganzen Welt gleich – was an sich schon wieder ein Beweis dafür ist, dass wir Menschen eben doch von unserer grundlegenden Programmierung gesteuert sind, denn wie könnte sich sonst eine Chinesin in einen Deutschen verlieben, oder wie könnte der Latin-Lover eine deutsche als Partnerin wählen?

Was uns aber gerade in Mitteleuropa (und den USA) heutzutage nicht gefällt, ist, wenn jemand behauptet, dass wir als Menschen doch irgendwie von der Natur beeinflusst sind. Wir wären alle gern völlig frei und kreativ – da passt es nicht zur Stimmung, wenn jemand von „Grundprogrammierung“ oder „Natur“ spricht. Entsprechend kommen Argumente wie „heute“ sind wir nicht mehr so wie vor hundert Jahren, oder „aber ICH bin ganz anders“. Das ist verständlich, aber sachlich (also wissenschaftlich und an der Realität leicht prüfbar) einfach nicht richtig.

Meine Tipps in diesem Blog berücksichtigen beide Seiten der Medaille: Die psychologischen Grundlagen, die uns Menschen einfach als Säugetier ausweisen, welchem eine ganz klare, benennbare und nicht verrückbare Ausstattung von Natur aus mitgegeben wurde, und die kulturelle, die uns gleichzeitig erlaubt, unserer Programmierung entgegen zu handeln und zu denken.

Was jedoch ganz klar ist: Je mehr wir uns unserer Programmierung entsprechend verhalten, umso weniger Probleme werden wir – in diesem Fall in Sachen Date und Beziehung – haben. Je mehr wir davon abweichen, umso eher werden wir unzufrieden und unglücklich. So einfach ist das.

In Sachen Liebe ist also wirklich alles möglich – nur hat die eine oder andere Sache einfach eine bessere Chance, auch zu funktionieren! ;-)

PS: Nirgends in meinen Blogbeiträgen, Interviews, Büchern oder Unterhaltungen werden Sie auch nur einen Pieps darüber hören, dass eine Frau irgendwo hin (z.B. hinter einen Herd) „gehört“, noch dass Männer auf Frauen hinabschauen sollten – oder ähnlichen Unfug. Sehr wohl werden Sie hören, was wirklich zwischen Männern und Frauen abläuft, und wie man attraktiver aufs andere Geschlecht wirken kann, bzw. Problemen aus dem Weg geht oder diese erfolgreich meistert. Nicht mehr, nicht weniger.

Lesen Sie auch meine E-Books!

Für Frauen: Der ultimative Männertest
Ist ER Mr. Right?
Für Frauen: Der Weg ins Glück
Schritt für Schritt den Richtigen finden, verführen und behalten.
Auch als Hörbuch erhältlich.
Für Männer: Das große Dating 1x1 für Männer
Vom Ansprechen bis ins Bett oder zur Beziehung.
Für Männer: Der ultimative Psychotest für Frauen
Die Geheimwaffe fürs Date
Für Männer: Sex, Spaß, Beziehung
Selbstbewusst und souverän zum anhaltenden Erfolg bei Frauen
Auch als Hörbuch erhältlich.

Das könnte Sie auch interessieren:

6 Kommentare zu Warum in Sachen Liebe alles möglich ist

  1. Andrea sagt:

    Was mich persönlich an manchen Artikeln hier stört, ist, dass vieles (womöglich nur scheinbar?) als absolut und unanfechtbar dargestellt wird. Dieses und jenes IST so, es ist BEWIESEN, usw. Das ist mir an manchen Stellen zu kurz gedacht.
    Als Kulturwissenschaftler wissen Sie ja, dass es keine Wissenschaft gibt, die zu 100% beweisen kann. Nicht umsonst spricht man von Verifizierung und nicht „Beweis“.
    Die Biologie inkl. der Evolution ist ein sehr interessantes Feld. Doch sie ist nur ein Teil möglicher Erklärungen. Vor allem in einer Zeit wie heutzutage, mit so vielen Umbrüchen, gesellschaftlichen Wandel, usw.
    Setzt sich eine Tradition über Jahrhunderte fort, beweist das noch lange nicht, dass eine solche rein biologischen Ursprung hat Und deshalb Jahrtausende so weitergegeben werden MUSS. Was ist biologisch determiniert, was wird gesellschaftlich vermittelt? Ein interessantes Thema, das gerade Sie viel weitläufiger erörtern könnten, wenn Sie nur wollten.
    ICH kann jedenfalls in keinem Ihrer Artikel erkennen, dass Sie tatsächlich verschiedene Disziplinen beleuchten lassen. Und das, denke ich, ist der Grund für die Abwehrhaltung einiger hier. Weil Sie eben, vielleicht ohne es zu merken, wirklich an vielen Stellen den Eindruck vermitteln, der Mensch würde nur seinen Instinkten folgen.
    Ich hoffe, Sie nehmen die Kritik nicht persönlich.

  2. Mathias sagt:

    Hallo Herr Konrad,

    ja, Sie tun aktiv etwas dafür, den Umgang mit anderen Menschen zu verbessern!

    Damit erschüttern Sie nicht nur beiläufig „unsere“ gesellschaftliche Ausrichtung in ihren Grundfesten. Sie legen bei manchen Menschen ungewollt Ihren Finger in die Wunde. Genau desweswegen wird hier auch „Auweh!“ geschrien.

    Viele Grüße
    Mathias

  3. Mathias sagt:

    Hallo Herr Konrad,
    ich habe da mal eine kulturwissenschaftliche Frage an Sie:

    Sie schreiben, dass besonders Menschen in Mitteleuropa (und den USA) der Verweis – auf den Einfluss der Natur in Sachen Liebe auf den Menschen – missfällt.

    Ich würde sagen, dass betrifft alle Menschen in den Industriestaaten der „Ersten Welt“, deren Lebensstandard so hoch ist, dass sie einander nicht mehr nötig haben, also nicht auf Hilfe durch den Anderen angewiesen sind. Diese Menschen leben mit ihren Lustobjekten in einer spaßorientierten Gesellschaft. Und so sind auch die TV-Inhalte der werbefinanzierten Sendeanstalten ausgerichtet.(auch Regenbogenpresse, Unterhaltungskino, etc.). Witzig ist nur, dass diese Menschen gar nicht glücklicher „aussehen“ als jene aus der Zweiten und Dritten Welt, wenn man den direkten Vergleich hat.

    Sehen Sie das auch so?

    Das ist meiner Meinung nach eine schlimme Entmenschlichung in vielen Belangen einer Partnerschaft und der Partnerwahl, wo es doch eigentlich – der Sache der Natur nach – darum geht, gemeinsam die Klippen des Lebens zu umschiffen.

    Es würde mich sehr freuen, wenn Sie mal kurz Ihre Eindrücke zu diesen markanten gesellschaftlichen Unterschieden in Sachen Partnerschaft & Partnerwahl aufzählen würden. Ich hätte es gerne mit Ihren Worten gehört. ;-)

    Viele Grüße
    Mathias

    • Dr. Jochen Konrad sagt:

      Lieber Mathias,

      na das ist ja mal eine außergewöhnliche und interessant Frage. Natürlich habe ich dazu auch eine kulturwissenschaftliche Erklärung.

      Am besten finden Sie die Sache mit der Ablehnung von Natur als Erklärung für menschliches Verhalten in Steven Pinkers „The Blank Slate“ (auf Deutsch: „Das unbeschriebene Blatt“) dargestellt.

      Die Sache mit dem hohen Lebensstandard ist sicherlich eine Facette unserer westlichen Welt, die Einfluss auf die sozialen Kontakte zueinander hat. Und das kann natürlich auch die Tatsache verschleiern, dass wir eben DOCH sehr stark auf unsere soziale Umwelt angewiesen sind. Die Sache mit den Lustobjekten und der Spaßgesellschaft beschreibt beispielsweise Gerhard Schulze in seinem Buch „Die Erlebnisgesellschaft“ sehr schön und eindringlich.

      Dass die Menschen in den Industrie- oder Dienstleistungsgesellschaften weniger glücklich sind, finden Sie in diversen Umfragen leicht bestätigt. Eine kurze Suche bei Google macht das schnell deutlich.

      Mir gefällt die Sache mit der „Entmenschlichung“ nicht besonders gut – denn das würde ja bedeuten, dass Menschen (die an sich schon menschlich sind) in manchen Gesellschaften menschlicher wären als in anderen. Aber nur weil Menschen in Europa ihr soziales Miteinander anders gestalten als in anderen Gebieten der Erde, macht dies dieses Miteinander nicht weniger menschlich. Vielmehr gefällt mir der Ansatz, zu überlegen wie man denn wirklich mit anderen Menschen (insbesondere Beziehungen zwischen Männern und Frauen) erfolgreich glücklich zusammenleben kann, und welche Strategien dabei helfen und welche eben auf eine falsche Fährte führen.

      Was meinen Sie?

      Viele Grüße,

      Ihr Dr. K

  4. Sarah sagt:

    Hallo,

    Ich habe jetzt einige Ihrer Artikel gelesen und muss ihnen in vielen Punkten recht geben, finde allerdings, dass sie es sich in einigen jedoch zu einfach machen!
    Ich bin auch noch recht jung(24) und bevorzuge ältere Partner.
    Sicher spielen biologische Faktoren, quasi unsere auf die Evolution zurückzuführenden „animalischen Instinkte“ eine große Rolle im zwischenmenschlichen Umgang, insbesondere bei der Partnerwahl. Männer und Frauen reagieren viel subtiler, als sie sich das oft eingestehen.
    Und mit Sicherheit stimmt es auch, dass man je bewusster man sich dessen wird, einen viel lockeren, authentischeren und erfolgreicheren Umgang mit dem anderen Geschlecht haben wird.
    Dennoch spielen kulturelle Einflüsse, wie sie ja selber sagen, eine wichtige Rolle und ich denke, dass sich ,insbesondere in den letzen Jahren, unser Weltbild und damit auch unsere Art den Partner zu wählen, geändert hat.
    Dies gilt insbesondere für Frauen, viele verdienen mittlerweile weit mehr als ihre Partner und sind somit nicht mehr auf den Status desselbigen angewiesen.
    Sicher sind erfolgreiche Männer nicht unattraktiv, aber mir persönlich, ist dieser Aspekt an einem Mann tatsächlich nicht wichtig.
    Das, um nur einen Punkt zu nennen, bei dem ich anderer Meinung bin.
    Insgesamt finde ich sie stereotypisieren zu sehr, wie ich oben bereits geschrieben habe, denke ich auch, dass Männer und Frauen viel subtiler reagieren, als sie es sich selber vorgaukeln, allerdings spielen Gott sei Dank auch äußere Faktoren, wie Erziehung, Kultur, Bildung etc. eine wichtige Rolle bei der Partnerwahl, wäre dem nicht so blieben 80% der Bevölkerung alleine.

    Liebe Grüße

    • mahnman sagt:

      Für eine so junge Frau sind das aus meiner Sicht erstaunlich fundierte Erkenntnisse. Wo sich aber die Geister scheiden ist, dass Erziehung, Kultur, Bildung eine wichtige Rolle spielen. Ich hatte in dieser Hinsicht sehr unterschiedliche Beziehungen. Ich hatte durchaus schon ein erhebliches Bildungsgefälle, was aber der Beziehung null Abbruch getan hat. Da gab es andere Qualitäten. Witz, Humor, Sex, Offenheit usw. Das hat alles mit Bildung nichts zu tun. Wenn ich unbedingt intellektuelle Gespräche brauche, dann such ich sie mir eben woanders. Kein Partner kann dir alles bieten. Ich würde das auch gar nicht wollen.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>