Würgegefühle beim Wort „Gender“? Ihr Immunsystem funktioniert!

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Loading... Gerade bin ich mal wieder über einen Müll-Artikel (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/gleichstellung-die-gender-allergie-a-1154683.html) zum Thema Gender gestolpert. Sie wissen schon: Das übliche Gejammer und Rechtfertigen von Leuten, die wissen, dass sie sachlich falsch liegen, sich aber laut und frech empören müssen, um nicht in einer Identitätskrise zu landen. Putzig war an der ganzen Sache nur die Überschrift des Artikels: „Die Gender-Allergie“. Drei Wörter, die den ganzen Gender-Bullshit wunderbar entlarven.

Wenn Sie ein bisschen in den Kommentaren auf dieser Seite geschmökert haben, dann haben Sie sicher gemerkt, dass ich kein besonders großer Fan der Gender-„Wissenschaft“ bin. Das liegt zum einen daran, dass diese „Wissenschaft“ eigentlich keine ist. Eine einzelne Einzelwissenschaft – also ein „Fach“ – wie es Gender gerne sein möchte, muss sich daran messen lassen, ob es sich an die allgemeinen Regeln hält, wie Wissenschaft funktioniert. Beispielsweise versagt Gender schon bei den Vorgaben von „Neutralität“ und „Wertefreiheit“.

Viel schlimmer – und schon fast skandalös – ist das Ignorieren eines ganz essenziellen Bestandteils JEDER wissenschaftlichen Arbeit: Man baut auf das vorherige Wissen auf – also auf bekannte und gut erforschte Fakten. Ordentliche wissenschaftliche Arbeit baut also auf einem starken Fundament bestehend aus Fakten ein logisches Gebäude auf. Danach wird probiert, ob dazu nicht vielleicht die eine oder andere neue (gut bewiesene) Tatsache passt und auf diesem Gebäude stehen kann. Das darf man sich gerne wie eine Pyramide aus Steinblöcken vorstellen: Starkes Fundament und nach oben hin wird die Sache immer dünner, weil da die neuen Steine eingefügt werden. Möchte man diese Pyramide verbessern und vergrößern, so baut man sowohl in die Höhe, indem man neue Fakten hinzufügt, als auch in die Breite, denn damit erhält man ein starkes Fundament. Sollte beispielsweise durch Nachlässigkeit ein „schlechter“ Stein irgendwo eingebaut sein, so macht das einer ordentlichen Pyramide wenig aus. Es kommt maximal zu kleinen Einbrüchen. Insgesamt jedoch bleibt das Gebäude unglaublich stabil.

Das trifft nicht für „schlechte“ Wissenschaften zu, die sich durch reine Politik an die Unis gemogelt haben. Solche Wissenschaften – in unserem Falle „Gender“ – besitzen nämlich kein Fundament. Sie basieren auf reinen Annahmen – also Dinge, die als Fakten verkauft werden, jedoch nicht überprüft wurden oder überprüft werden können. Oder noch schlimmer: Es werden Fakten (inklusive unumstößlicher Tatsachen) ignoriert, bzw. weggelassen. Das Fundament einer solchen „Wissenschaft“ ist also bestenfalls (!) unglaublich wackelig. Viel besser kann man sich dieses Fundament als eine Pyramide vorstellen, die auf ihrer Spitze balanciert und jederzeit umfallen kann. Schon das leiseste Wahrheitswindchen wird sie umblasen. Die Gender-„Wissenschaft“ arbeitet genau auf diese Art und Weise. Es werden Jahrzehnte an Forschung aus der richtigen (sauber arbeitenden, mit starkem Fundament) Wissenschaft ignoriert oder als sachlich falsch (obwohl sachlich völlig richtig) verworfen. Das bedeutet dann natürlich auch, dass sämtliche Dinge, die auf einem so konstruierten Fundament stehen, automatisch mit umfallen.

So kann jeder eine Wissenschaft erfinden. Mit genügend Lautstärke und politischem Einfluss kann man sich dann sogar an Universitäten breitmachen, obwohl man da nichts verloren hat. Das Ganze ist dann technisch gesehen auch höchstens einen Schritt von sämtlichen Verschwörungstheorien entfernt – die funktionieren nämlich fast genauso.

Wikipedia schreibt unter „Werte der Wissenschaft“: Die Arbeit beleuchtet alle Aspekte eines Themas neutral und ehrlich, nicht nur vereinzelte vom Autor herausgepickte Aspekte. Dadurch bekommt der Leser einen breiten und vollständigen Überblick. Auch an Selbstkritik sollte es nicht fehlen. (Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Wissenschaft) „Gender“ verstößt auch hier gegen alle Regeln.

Was hat das alles mit unserem Immunsystem zu tun? Schauen wir nochmal nach, was Wikipedia zum Thema „Allergie“ schreibt: Als Allergie wird eine überschießende krankhafte Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte normalerweise harmlose Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet. (Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Allergie)

Wie wir gerade gesehen haben, ist die Gender-„Wissenschaft“ kein harmloses Ding in unserer Umwelt, sondern eine ganz schädliche Sache – denn damit werden nur weitere Kämpfe zwischen den Geschlechtern ausgelöst und angefeuert, statt an wirklichen Lösungen gearbeitet. Und weil hinter „Gender“ leider auch „Wissenschaft“ steht, bekommt der Durchschnittsbürger den Eindruck, als hätten die Forschungsergebnisse irgendetwas Wahres an sich.

Würgegefühle, Bauch- und Kopfschmerzen sind somit keineswegs eine Überreaktion Ihres Immunsystems (also eine Allergie), sondern Anzeichen dafür, dass Ihr Immunsystem ziemlich gut auf Gefahren und Bullshit reagiert.

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19 Kommentare zu Würgegefühle beim Wort „Gender“? Ihr Immunsystem funktioniert!

  1. MGTOW sagt:

    Darf ich mal fragen, wer von euch sich in „Genderstudies“ auskennt?
    Ich würde gerne hierzu Quellen haben.
    Ihr redet von etwas, wovon es keinerlei wissenschaftliche Veröffentlichungen gibt. Insofern kann es nicht widerlegt werden!

  2. Thomas Hoffmann sagt:

    Herr Dr. Konrad,

    Ein paar interessante Fragen fallen mir noch zum Thema ein, die ich ihnen gerne stellen würde.

    1. Was sagen sie zur „Kritik an der Evolutionspsychologie“. Wieso gilt diese als umstritten? Und zwar nicht nur von „Genderleuten“. So sagte selbst der Evolutionsbiologe, „Stephen Jay Gould“, (Zitat Wikipedia)
    “ Annahmen über die evolutionäre Bildung kognitiver Mechanismen seien häufig nicht mehr als plausibel klingende Geschichten, die sich nicht im Rahmen einer wissenschaftlichen Untersuchung bestätigen oder widerlegen ließen.[7] Zudem stehen insbesondere populärwissenschaftliche Erörterungen des Themas häufig in der Kritik: So würden etwa Unterschiede im geschlechtsspezifischen Verhalten auf vereinfachende Weise – reduktionistisch – auf angeborene, biologische Merkmale zurückgeführt.[8][9][10]“

    2. Frage: Komischerweise habe ich letztens mit einem anderen Flirtcoach geredet der die Biologie und evolutionäre Psychologie genauso berücksichtigt wie sie, aber komisch reagierte, als ich ihn fragte, was er denn von den Gender Studies halten würde? Seine Antwort: „Hä? Das ist eine ganz normale wissenschaftliche und sehr komplexe Disziplin“. Als ich dann die Kritikpunkte aufzählte, dass die behaupten würden, es sei alles nur sozial angelernt und dass die Biologie ausgeklammert wird – korrigierte er mich und sagte, dass ich wohl eher Feminismus meinte. Und ich finde ihn von seiner Kompetenz und vom Charakter her wirklich nicht schlecht oder dumm.

    So steht auch auf Wikipedia: „Die Gender Studies sind vor allem in den Kultur-, Sozial- und Geisteswissenschaften beheimatet, gelangen mitunter jedoch auch in interdisziplinären Forschungsbereichen – beispielsweise in Verbindung mit Medizin oder BIOLOGIE– zur Anwendung.

    Die verschiedenen Forschungsrichtungen der Gender Studies gehen ursprünglich von einem feministischen Ansatz aus. Allerdings bestehen UNTERSCHIEDE hinsichtlich der Prämissen, der Forschungsschwerpunkte und der Forschungsziele. Frauen- und Geschlechterforschung und Gender Studies sind nicht klar voneinander abzugrenzen:

    Wie könnten sie sich das erklären?

    3. Frage: Wenn sie sich über Soziologie informieren , wie sie schreiben, dann muss es da doch sicherlich „wissenschaftlich-korrekt durchgeführte Soziologie geben“ und einmal eine Soziologie wo Gender mit beihamtet ist in Universitäten. Wie kann ich mich als Laie über Soziologie denn RICHTIG informieren? Und was halten sie vom Begriff „Geschlechterrollen“ im soziologischen Ansatz der Partnerwahlkriterien, z.B. dass ein Mann mit einer sehr männlich-ausgeprägten Seite eher dazu neigt eine sehr weibliche Frau zu wählen, die ihn ergänzt, als andersrum und umgekehrt. Ist das ihrer Meinung nach wissenschaftlich zutreffend? (Kann sein dass ich das falsch wiedergeben, aber ich glaube sie wissen so ungefähr was ich meine)

    4. Frage: Wenn sie von ihrem Job als Dating- und Flirtcoach berichten, was sagen sie wenn sich jemand kritisch äußert und sagt „Ihre Tipps sind ja gut und schön , aber jeder Mensch ist unterschiedlich und hat eigene Vorlieben“… wie reagieren sie mit welchen Worten auf diesen Einwand?

    So ich hoffe dies sind gute Fragen die sie vielleicht ein bisschen herausfordern, ohne das böse zu meinen (: Aber ich möchte mein Weltbild immer hinterfragen und auch mal die Gegenseite berücksichtigen.

    Liebe Grüße , Thomas

    • Dr. Jochen Konrad sagt:

      Lieber Thomas,

      das sind natürlich gute Fragen, die Sie stellen – SO würde ich mir das von anderen Kommentaren auch wünschen: Richtiges Interesse am Thema, kritisches Denken und dann Fragen, die aufkommen, wenn man an etwas widersprüchliches/unklares/kontroverses gerät. Super! Also:

      1. Bei Stephen Jay Gould müssen wir allgemein ein bisschen genauer hinschauen, da er zwar ordentliche Wissenschaft betrieben hat, doch mit manchen seiner Behauptungen einfach sachlich nicht richtig lag. Heute werden entsprechende Aussagen und sogar die Erwähnung seines Namens in wissenschaftlichen Kreisen oft nur noch belächelt. Trotzdem ist seine Aussage zur evolutionären Psychologie durchaus diskutiertbar, denn wo fangen denn wirklich die plausibel klingenden Geschichten an, die uns die Evolution erklären und wo hören wissenschaftliche Fakten auf? D.h. wo (wie oft bei Gould gesehen) wird etwas neues oder kontroverses angebracht, um das eigene wissenschaftliche Feld weiter zu bringen und gibt es dazu genügend harte Fakten, welche dies untermauern, und wo wird nur Blödsinn geredet? Ich denke, dass wir dafür ein Gefühl entwickeln, indem wir uns mit einer Sache wirklich wissenschaftlich beschäftigen, denn dann sieht man sehr leicht, welche Behauptungen auf wackligen Füßen steht und welche nicht. Das bedeutet für Kritik an der evolutionären Psychologie: Hinschauen, wer da Kritik übt, ob das auch von jemandem kommt, der das wirklich versteht. Wenn nicht, dann ist das so als ob man eine Statistik zitiert und nur zurückkommt „Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast!“ – Bullshit-Kritik ohne Substanz, die man genauso arrogant und unsachlich mit Spaß an der Freude abwehren darf.

      2. Mit Kritik an Genderwissenschaften bewegen Sie sich auf einem ganz gefährlichen Terrain. Sie kennen ja meine klaren Aussagen und Kritikpunkte dazu, die ja sachlich völlig richtig sind. Und Sie schreiben ja selbst „Die verschiedenen Forschungsrichtungen der Gender Studies gehen ursprünglich von einem feministischen Ansatz aus.“ Die Grundlage für eine ganze Wissenschaft ist also politisch motiviert und sachlich falsch. Natürlich muss man das als Gender-ForscherIn so hindrehen, als würde man da richtige Wissenschaft betreiben, sonst wäre man ja sofort arbeitslos und könnte seine Agenda nicht weitertreiben. Also wurde geschickt, politisch gehandelt und der ganze Mist so weiter getrieben, dass es für die meisten Leute ganz normal aussieht: Da gibt es schließlich Lehrstühle an Universitäten und richtige Professoren usw. wie KANN das also riesiger Blödsinn sein?! Und hier sieht man, wie schwach Wissenschaft oft aufgestellt ist, denn natürlich (!) sammelen die „normalen“ Wissenschaften weiterhin Fakten, die täglich und immer wieder den Gendermist widerlegen, jedoch hofft man an den Unis, dass es reicht, Gender mit Fakten zu bekämpfen – aber offensichtlich passiert das nicht, weil Gender mit ganz anderen Strategien kämpft. Das ist ein bisschen wie Lehrstühle für Religion an den Unis: Total sinnfreier Bullshit, der sich etabliert hat, obwohl andere Wissenschaften (Soziologie, Ethnologie, PSychologie etc.) schon ordentlich über Religion geforscht haben und das bis heute tun. Genauso verhält es sich mit Genderwissenschaften: Alle anderen Wissenschaften leisten (zumeist, wenn noch nicht von Gender-Ideologie unterwandert) ordentliche wissenschaftliche Arbeit, während Gender meistens nur lächerlichen Müll aufgrund politischer Antriebe abliefert.

      2.1. Wenn Sie Kritik an Gender anbringen, dann müssen Sie immer überlegen, wem gegenüber Sie dies anbringen und welche Motivation und Wissen Ihr Gegenüber besitzt. So kann ich mir durchaus vorstellen, dass die meisten „Flirtcoaches“ keine wissenschaftliche Ausbildung haben und nur das erzählen, was sie von anderen Flirtcoaches gehört und gelesen haben. Ebenso kann es sein, dass es einfach finanziell viel schlauer ist, keine klare Position gegen etwas zu beziehen, was in unserer Gesellschaft als normal und richtig gilt. Sie haben sicher schon die viele Kommentare von (Waschlappen-)Männern in meinem Blog gelesen, die versuchen mit angepasstem, unmännlichen und pseudo(!)-gender-unterstützenden Verhalten bei Frauen anzukommen. Wenn DAS die Kunden sind, dann darf man natürlich nicht widersprechen, sondern muss zumindest neutral bleiben. Außerdem haben viele Leute, die in der Öffentlichkeit stehen riesige Angst vor feministischen Shitstorms, die bei abweichendem Verhalten sofort losgetreten werden und Karrieren zerstören können. (Eine weitere miese Strategie auf Genderseite – Wissenschaft braucht so etwas nicht!)

      3. Ich denke, das habe ich oben schon beantwortet: Lesen Sie sich ein, und schon nach kurzer Zeit bekommen Sie ein ziemlich gutes Gefühl dafür, wo Mist geschrieben wird und wo nicht. Meistens ist es schon genug, zu sehen wer AutorIn einer Studie oder eines Buches ist, um zu sehen, welche Richtung da eingeschlagen wird – das sehen Sie an deren wissenschaftlichen Werdegang und anderen Publikationen. Ihr Beispiel kann ich leider nicht bewerten, weil ich dazu – noch – nichts gelesen habe. „Geschlechterrollen“ als Begriff ist an sich völlig ok, nur wurde dieser Begriff von Gender gekidnapped und hat momentan eine Gender-Färbung, die den Eindruck erweckt, dass uns unser Verhalten zu 99,99% sozial vermittelt wurde und eben nicht von der Biologie beeinflusst wird. Aber Sie wollten ja sowieso den Pinker lesen, der ganz klar zeigt, dass diese Ansicht absoluter Blödsinn ist. Wir sind biologische Wesen, die ebenso von Kultur geprägt wurden – und auch hier entlarvt sich der Gender-Mist ganz wunderbar: Während jeder Biologe sofort zustimmen wird, dass wir Menschen sowohl biologisch als auch kulturell geprägt sind, versucht Gender verzweifelt an den falschen Grundannahmen, auf dem der ganze Mist basiert ist, festzuhalten und diese durchzusetzen.

      4. Da sage/schreibe ich beispielsweise so etwas: http://daserstedate.de/allgemein/geschmaecker-sind-nunmal-verschieden-bullshit Natürlich kann man da auch weit ausholen und wieder diskutieren wo die Grenze zwischen Biologie und Kultur verläuft, etc. … wenn ich da aber eine Gender-Person vor mir habe, dann ziehe ich nur ein bisschen die Augenbraue hoch und wechsle das Thema, denn da könnte man genauso mit einem Sack Flöhe diskutieren. (Siehe die vielen entsprechenden Kommentare auf meiner Webseite – überzeugen lässt sich keiner, und am Schluss kommen nur Frechheiten und noch mehr Blödsinn) ;-)

      Vielen Dank mal wieder für die guten Fragen,
      beste Grüße,
      Dr. K

      PS: Kennen Sie sicherlich schon, aber zur Vorsicht: https://www.youtube.com/watch?v=cVaTc15plVs&list=PLaJtMuDnR5KLwrt4z1O8tKmHWmUm3nObV

      • Thomas Hoffmann sagt:

        Zunächst, vielen herzlichen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.

        Zum 1. Punkt: Kann es auch sein dass die evolutionäre Psychologie nicht auch völlig albern von Kritikern dargestellt wird, weil die Fülle an Belegen vielen gar nicht bekannt ist? Sie interessieren sich ja für Geschlechtsdemorphismen in der Partnerwahl und was überall kulturell gleich ist – oder dass Frauen im statistischen Mittel während des Eisprungs „Macho-Züge“ attraktiv finden – das ist doch etwas völlig anderes , als zu sagen „EP behaupten, der Grund warum Männer mehr pfeifen als Frauen ist, weil sie damit Weibchen beeindrucken wollten“ und erst recht ist es etwas anderes als das, was in populärwissenschaftlichen Büchern oft „gelehrt“ wird – (Frauen sind von der Venus, Männer vom Mars etc.) … ich denke da haben die meisten sich a) nicht richtig mit EP auseinandergesetzt und b) suchen immer nur die schlimmsten Beispiele raus um das Fach schlecht darstehen zu lassen.

        Einen interessanten Blogeintrag möchte ich hier mal ins Feld führen – und zwar aus dem Blog „AllesEvolution“ vom Blogger Christian Schmidt, der in einem Artikel die Kritik der evolutionären Psychologie zurückweist – vielleicht haben sie ja auch Interesse den Eintrag mal zu lesen, denn hier wird die evolutionäre Psychologie meiner Meinung nach gut verteidigt. https://allesevolution.wordpress.com/2012/05/15/kritik-an-evolutionarer-psychologie/

        Allerdings muss ich hier noch mal mein Weltbild trotzdem hinterfragen. Sie sagen dass wir noch Jäger – und Sammlergehirne haben – gut, aber jetzt habe ich gehört dass die Gehirne bereits fertig waren als wir „Mammuts“ gejagd haben – einen Großteil der Geschichte haben wir also mit Fischfang verbracht – diese Aussage habe ich leider nicht als Quelle sondern in einem Beitrag über Liebe vom Autor und Philosophen Richard David Precht gehört. Aber ich verweise auf einen Artikel aus „Bild der Wissenschaft“

        Zitat: Zusammen mit Kollegen hat der Biologe von der niederländischen Universität Utrecht 2011 einen Artikel veröffentlicht, in dem er an den Grundfesten der Evolutionspsychologie rüttelt. Er stellt sich gegen die Annahme der Evolutionspsychologen, dass Anpassungsprozesse nur stückweise und allmählich stattfinden. Inzwischen sei bekannt, argumentiert er, dass sich die menschlichen Gene recht schnell verändern.

        Seit der Entschlüsselung des menschlichen Genoms 2003 gibt es Hinweise darauf, dass sich die Gene in den letzten 50 000 Jahren signifikant geändert haben“ Zitat Ende.

        Jetzt raucht hier mein Schädel aber gewaltig. Was STIMMT denn jetzt? Hat sich das Gehirn jetzt schnell verändert oder „kaum verändert“? Oder bringe ich hier gerade alles durcheinander? Jetzt bin ICH total durcheinander (:

        Verstehen Sie mich nicht falsch, es geht nicht darum, zu sagen, ich hinterfrage nun Herr Dr. Konrad , sondern ich möchte das für mich selbst einfach besser wissen und hier in diesem Bereich kompetenter werden.

        2. Punkt, falls Sie das nicht gelesen haben oder vielleicht gerade nicht einordnen können was ich eben meinte, mit dem soziologischen Ansatz was die Partnerwahlkriterien angeht, verlinke ich einfach mal auf Wikipedia. Stichwort: Social Role Theories – https://de.wikipedia.org/wiki/Partnerwahl#Social_Role_Theories

        Oder ich zitiere einfach das Wichtigste:

        1. „In Studien wurde nachgewiesen, dass Frauen in vielen Kulturen über weniger Macht und Einfluss sowie Ressourcen als Männer verfügen, da durch die spezifische Arbeitsteilung Frauen überwiegend Haushaltsarbeiten und geringer entlohnte Beschäftigungen ausüben. Daraus resultieren unterschiedliche Rollenverteilungen und -erwartungen, die Eagly (2000) als „resource provider“ (Ernährer) und „homemaker“ (Hausfrau) bezeichnet“

        2. Das ist jetzt das was ich oben meinte!
        Als soziale Rollentheorie ist auch die Hypothese von Wellek (1963) zu verstehen, wonach die Partnerwahl nach einer komplementären Geschlechtsrollenidentifikation orientiert ist, sodass Frauen mit sehr weiblicher Geschlechtsrollenidentifikation (z. B. 90 % weiblich, 10 % männlich) Männer mit einer komplementären männlichen Geschlechtsrollenidentifikation (z. B. 10 % weiblich, 90 % männlich) präferieren, sodass sich die männlichen und weiblichen Anteile immer auf 100 % addieren. Umgekehrt suchen dieser Hypothese zufolge Personen mit weniger akzentuierter sexueller Rollenidentifikation ebenso ihresgleichen.

        Zu guter Letzt möchte ich Ihnen gerne noch Youtube-Kanäle empfehlen die sich u.a. kritisch mit dem Feminismus und Gender auseinandersetzen – darunter einmal der Biologe „Doktorand“ Hier: https://www.youtube.com/watch?v=hztmKDm8FHM

        und der User „Bleilo“ – https://www.youtube.com/watch?v=BqGagv2EdMc

        Hier in diesem Kanal unterhält sich der Doktorand per Livestream mit anderen Usern über Feminismus, Sexismus, Geschlechterrollen und Zeitungsartikeln die feministisch gefärbt sind. https://www.youtube.com/watch?v=M1w52URLFRg

        Ich wollte Ihnen einfach noch mal gerne sowas empfehlen, weil ich denke, dass Sie das Thema interessiert.

        Liebe Grüße, Thomas

        • Thomas Hoffmann sagt:

          Achja … ich habe noch irgendwo gelesen, dass Sie sich mal mit Computerspielen beschäftigt haben – dazu gibt es auch einen Livestream „Thema: Sexismus in Videospielen“ – (Game Studies und Gender Roles) https://www.youtube.com/watch?v=enR2Hn2qXDA&t=15s

        • Dr. Jochen Konrad sagt:

          Lieber Thomas,

          zu 1: Das ist natürlich richtig – Sie lesen ja überall, wie wissenschaftliche Erkenntnisse verzerrt und falsch in den Medien wiedergegeben werden. (Und ich bin ja auch nicht ganz unschuldig in dieser Hinsicht, weil ich vieles verkürzt darstelle … und dann auch noch wage daraus Tipps fürs richtige Leben abzuleiten) Zum einen liegt das daran, dass es sehr leicht ist, auffällige oder kontroverse Aussagen aus Studien herauszunehmen und diese dann für sich zu nutzen. Zum anderen liegt das daran, dass die meisten Menschen nicht wissen, was Wissenschaft überhaupt ist und daher auch vieles falsch verstehen müssen (soll gar keine Kritik an den Menschen sein, sondern eher daran, dass niemandem wirklich beigebracht wird, was Wissenschaft eigentlich ist und wie sie funktioniert). Außerdem kann kaum jemand, der nicht in einem Fach ausgebildet wurde, dort mit Substanz mitreden. Wenn ich als Europäischer Ethnologe beispielsweise von Ihnen zu Fragen zur evolutionären Psychologie gefragt werde, bin ich auch eigentlich schon die falsche Anlaufstelle, weil das nicht mein Fachgebiet ist. Ich bin zwar eine recht gute Anlaufstelle, weil ich wissenschaftlich ausgebildet bin und auch richtig viel aus diesem Bereich gelesen habe – für komplizierte Fragen aus diesem Fach müsste man sich an einen evolutionären Psychologen wenden.
          1.1. „sondern in einem Beitrag über Liebe vom Autor und Philosophen Richard David Precht gehört.“ Haha, der Precht. Der schwafelt gerne viel herum – gerade sein Buch über Liebe ist da ein super Beispiel. In Amazon steht da zu seinem Buch als Beschreibung „Das unverzichtbare Buch für alle, die Ratgebern misstrauen und trotzdem endlich wissen wollen, was es mit der Liebe auf sich hat“ Genau das ist es – jeder der Fakten misstraut, wird sich damit wohl fühlen. ;-) Ich halte den Precht immer mehr für einen Selbstvermarkter, der nur aktuelle Stimmungen aufgreift und dann verschwafelt, bis sie als Buch auf den Markt können und man dann durch Fernsehshows touren kann.
          1.2. Ihr Zitat „Zusammen mit Kollegen hat der Biologe von der niederländischen Universität Utrecht 2011 einen Artikel veröffentlicht, in dem er an den Grundfesten der Evolutionspsychologie rüttelt. Er stellt sich gegen die Annahme der Evolutionspsychologen, dass Anpassungsprozesse nur stückweise und allmählich stattfinden. Inzwischen sei bekannt, argumentiert er, dass sich die menschlichen Gene recht schnell verändern.“ Ist nur sehr schwierig zu kommentieren. Denn was heißte denn „recht schnell“ oder „stückweise und allmählich“? Vor allem steht da in einem Satz „Anpassungsprozesse“ und im anderen „Gene“. In Sachen Evolution sollten Sie den Dawkins lesen. Dieser Blödsinn vom Precht die Gehirne wären vor 50.000 Jahren schon „fertig“ gewesen ist natürlich genauso Blödsinn, wie die Vorstellung, dass wir heute etwas tun, und sich das dann in der nächsten Generation per Evolution schon signifikant auf unser Denken und Verhalten auswirken wird. (Drum sollte man meine Aussage, dass wir die Gehirne von Jägern und Sammlern besitzen, natürlich so lesen, dass wir zu locker noch 99% die Gehirne von Jägern und Sammlern haben, aber nicht, dass wir dort zu 100% stehengeblieben sind.)

          Ihr Punkt 2: Dazu weiß ich leider viel zu wenig, um das ordentlich kommentieren zu können. Da müsste man schon richtig gut nachschauen, was da gemeint ist, auf welche anderen Studien sich da bezogen wird, usw. … Ich finde diese Theorie mit männlichen und weiblichen Geschlechtsrollen, die sich dann immer auf 100% addieren eher seltsam. Zum Glück steh da ja „Hypothese“ und nicht „Theorie“ (Da können Sie auch mal Susan Pinker – Das Geschlechterparadox lesen)

          Vielen Dank für die ganzen Youtube-Quellen, die schau ich mir bei Gelegenheit gerne mal an.

          Beste Grüße,
          Ihr Dr. K

          • Thomas Hoffmann sagt:

            Oho, mit Richard David Prech habe ich Sie aber ganz schön auf die Palme gebracht, haha, um es mal ein bisschen frech und freundlich auszudrücken :D, aber stimmt schon, auch wenn ich ihn persönlich trotzdem in manchen Sachen gut finde, er ist schon ein „Marketing-Philosoph“. Ja mir ist selbst aufgefallen dass die soziologische Erklärung nur eine Hypothese aus den 60ern ist, aber leider erst nachher. Ich halte die Erkenntisse aus der evolutionären Psychologie um die Partnerwahl immer noch am schlüssigsten, weil man das einfach gut in ein System einordnen kann wenn man sich mal umschaut und Paare beobachtet und ganz generell. Und dass unser Gehirn irgendwie nichts mehr mit der „Steinzeit“ zu tun hat, kann man an sich selbst widerlegen oder? Wieso finde ich Frauen so heiß und ausgerechnet alles was sie so beschreiben in ihrem Blog? Gerade die guten Muttereigenschaften die sie ansprechen – wenn die nicht vorhanden sind und die Frau nur gut aussieht, aber sonst doof ist, dann denke ich höchstens nur an Sex aber nicht an „Wow coole Frau!“ Wieso habe ich gewaltig Schiss wenn unvorbereitet ein Luftballon explodiert? Wieso habe ich plötzlich eine dominante Körpersprache wenn sich ein Weibchen in meiner Nähe aufhält („Dominanz“) und wieso reagiert die Frau keusch und unschuldig und süß („Unterwerfungsgeste“) ? Wieso finde ich kleine Hundewelpen niedlich? Und wieso verteidige ich gerne Kinder die in Gefahr sind? Bestimmt nicht aus Spaß oder weil alles sozial nur angelernt ist – da merkt man wie die Instinkte in einem noch verankert sind und sich immer und immer wieder die Steinzeit in einem meldet (: Also einfach mal sich selbst beobachten.

            Ich danke ihnen für ihre Antworten. Es hat mich gefreut dass wir für die Leser mal eine interessante Diskussion zum Nachlesen geschaffen haben. Gerne kommentiere und lese ich hier weiter.

            Ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Tag (:

            Liebe Grüße, Thomas

  3. Thomas Hoffmann sagt:

    Herr Dr. Jochen Konrad,

    Ich würde gerne mal ihre Meinung wissen zu meinem Gedankenspiel. Ich habe das Gefühl dass die Gender“wissenschaftler“ immer nach dem selben Schema vorgehen.

    1. Die Biologie ist falsch. Es ist nur sozial angelernt.
    2. Frauen sind Opfer des Patriarchats.

    Hier mal ein Beispiel: (Vielleicht funktioniert Gender ja so)

    Thema: „Männer sind risikobereiter als Frauen“

    Option 1: Männer bekommen eingeredet sie sind „Wettbewerbstypen“, die härteren, aggressiveren, stärkeren, risikobereiteren Typen.
    Option 2: Männer bekommen eingeredet, sie können auch mal Gefühle zeigen , einfühlsam sein und auch mal weinen und müssen nicht immer so „wild“ miteinander rumspielen.
    Option 3: Frauen bekommen eingeredet, sie seien nicht fähig ihren Job genauso zu meistern wie Männer. Ihnen wird generell weniger zugetraut – die Eigenschaft „Weniger risikobereit“ zu sein, wird ihnen eingeimpft.
    Option 4: Frauen bekommen eingeredet, dass sie ihr eigenes Ding machen dürfen nach dem Motto: Selbst ist die Frau. Dass wir nicht mehr im Mittelalter leben und alle die selben Chancen haben – sie sind schon lange nicht mehr abhängig von Männern.

    Die Genderfeministin sucht sich also folgende Punkte für ihre Studie heraus, um ihre Ideologie zu verteidigen. Man nehme – Option 3: Frauen bekommen eingeredet, sie seien nicht fähig ihren Job genauso zu meistern wie Männer. Ihnen wird generell weniger zugetraut – die Eigenschaft „weniger risikobereit“ zu sein, wird ihnen eingeimpft. Und nun um die Biologie zu widerlegen nehme man Option 1 : Männer bekommen eingeredet sie sind „Wettbewerbstypen“, die härteren, aggressiveren, stärkeren, risikobereiteren Typen.

    Inwiefern halten sie mein Gedankenbeispiel für zutreffend und wiefern für eher weniger zutreffend.

    Über eine ehrliche Einschätzung würde ich mich freuen!

    LG Thomas

    • Dr. Jochen Konrad sagt:

      Lieber Thomas,

      das mit dem Gender-Mist ist natürlich eine sehr komplexe Sache. Da gibt es ja sämtliche Spielarten – eben weil die Grundlagen sachlich falsch sind (Ihr Punkt 1, die Biologie wäre falsch, beispielsweise) ist ja jede Argumentation, die man darauf aufbaut nicht nur völlig falsch, sondern auch ganz beliebig. Auf gut Deutsch: Wenn man irgendwelchen Mist erfindet, kann man auch jedes beliebige Argument (er)finden, was den Mist in der jeweiligen Situation als richtig erscheinen lässt. So bedient man sich aus einem bunten Kasten Blödsinn, den man blitzschnell herziehen kann und jedes sachliche Argument schlecht aussehen lassen kann – und ganz nebenbei bedient man sich dann auch noch rhetorischer Kniffe.

      Daher ist Ihr Gedankenbeispiel sicherlich richtig und schon mehrfach genau so gelaufen.

      Ich finde es ja erstaunlich, wie man so derart frech die Wahrheit verbiegen kann und dann auch noch damit davon kommt. Aber das passt ja leider in unsere Zeit: Aufregen ist wichtiger als Fakten – und scheint den meisten Menschen auch so zu gefallen. Alles ist relativ – auch wissenschaftliche Fakten. Tztztz …

      Beste Grüße,
      Ihr Dr. K

      • Thomas Hoffmann sagt:

        Zudem: Selbst wenn sich herausstellt dass etwas durch einen sozialen Faktor beeinflusst wurde, schließt es einen vorliegenden biologischen Faktor nicht aus.

        Wenn eine Studie immer zu einem in die Ideologie passendes Ergebnis kommt , dann ist das recht auffällig. Irgendwann müsste eine Genderstudie auch mal das Gegenteil belegen können, z.B. dass ein biologischer Faktor zutrifft – es sei denn es stimmt immer das, was man vorher vermutet oder man arbeitet eben nicht mit den selben Methoden wie Evolutionsbiologen.

        Angenommen es ist wissenschaftlich belegt, dass z.B. Jungen weniger weinen weil ihnen das gesellschaftlich so vorgelebt wird – nur als reines Beispiel – es ist ja innerhalb der Psychologie und Soziologie anerkannt, dass eine Negativ-Erfahrungen prägen und beeinflussen kann – was wäre mit möglichen sozialen Umfeldern wo eher die Meinung vertreten wird, dass Jungen auch mal Gefühle zeigen dürfen? Wenn dieser Junge dann immer noch im Schnitt weniger weint als ein Mädchen – muss man doch auch eventuell in der Forschung Hypothesen berücksichtigen die vielleicht andere Faktoren anbieten.

        Oft habe ich auch den Eindruck dass Studien mit Schlussfolgerungen arbeiten die gender-gehirngewaschen sind – das geht dann so „Allerdings heißt es nicht dass Frauen auf den „Alphamann“ stehen, sondern dass es Frauen gesellschaftlich vorgelebt wird, dass sie doch auf die wilden Typen abfahren“. So etwas lese ich nahezu mit links in jedem dritten Magazin – neben noch interpretationsfreien seriösen Studien

        Ich als Wissenschaftsfreund der sich für die Evolutionsbiologie interessiert und gerne Fachbücher durchstöbert mache mir da etwas Sorgen um ehrlich zu sein.

        lg, Thomas

        • Dr. Jochen Konrad sagt:

          Lieber Thomas,

          sehr richtig – die Gender-„Wissenschaft“ fällt eben schonmal bei der Grundfrage „Was ist eine Wissenschaft?“ durch, weil ein paar ganz wichtige Aspekte, welche eine ordentliche Wissenschaft ausmachen, ignoriert werden.

          Und es ist ja seit Ewigkeiten schon klar, dass eben beide Dinge uns als Menschen prägen: Biologie UND Kultur. Wer eine Seite ignoriert kann nur in eins von zwei Lagern gehören: 1. Strunzdumm, denn die Wissenschaft dazu ist klar. 2. Politisch motiviert und saufrech – denn wenn man weiß (!), dass man etwas behauptet, was sachlich falsch ist, dann MUSS man eine bestimmte Agenda haben UND man muss mit sich selbst im Reinen sein, wenn man Menschen absichtlich anlügt. Ich könnte sowas nicht. Und ich würde auch nie die Frechheit besitzen, dies auch noch Wissenschaft zu nennen – denn so trägt man nämlich auch absichtlich zur Verdummung und Wissenschaftsfeindlichkeit unserer Welt bei. D.h. so eine Person ist also entweder arm dran (weil geistig nicht sonderlich bemittelt) oder einfach nur richtig scheiße.

          Magazine und Medien sind übrigens gar nicht wirklich schuld an dieser Misere – denn die schreiben ja nur, was sich verkauft. Also, was Menschen gerne hören und lesen wollen. Und da sind wir bei Ihrem vorherigen Kommentar gelandet: Natürlich liest man viel lieber, dass man ein Opfer von gemeinen Umständen ist (oder Männer, oder der Medien, oder der Politik, etc. etc.), drum ist dieser Gendershit ja so attraktiv, weil man den Frauen erlaubt, sich als Opfer zu fühlen. Da kann man sich zurücklehnen und fordern, statt aktiv wirklich etwas zu tun.

          Ihnen wird bestimmt das Buch hier gefallen: Steven Pinker – Das unbeschriebene Blatt. Eigentlich ist alles von Pinker mehr als lesenswert – und zeigt ganz deutlich auf welchem Holzweg sich alles im Bereich „Gender“ befindet.

          Viele Grüße,

          Ihr Dr. K

          • Thomas Hoffmann sagt:

            Vielen Dank für die Buchempfehlung! Der Name sagt mir etwas, ich werde mal recherchieren. Übrigens hätte ich noch Interesse an Studien und Literatur zum Thema „Was Frauen wollen“, „Was Männer wollen“, weil es recht praktisch ist bei einer Diskussion Quellen anzugeben. Und einfach nur weil es mich eben interessiert.

            Zu einem Punkt den Sie ansprechen hätte ich noch was zu sagen. Wenn ich ehrlich bin, bin ich aber auch kein wirklicher Fan von manchen medialen Beeinflussungen, vor allen Dingen , wenn dort etwas gezeigt wird, was zum Beispiel zwischen Männer und Frauen in der Kennenlernphase absolut nicht funktioniert – oder wenn z.B. Werbung suggeriert was uns angeblich glücklicher machen soll – also quasi so eine Art „Soziale Konditionierung“. Ich denke sie wollten damit sagen, in ALLEM immer nur den Medien die Schuld in die Schuhe zu schieben, ist zu einfach – weil es eben auch eine Sache von Angebot-Nachfrage und Bedarf ist. Die Leute wollen komische schnulzige unrealistische Hollywoodfilme in den Kinos sehen — also werden diese auch gedreht und verkauft. Kann man das so sagen?

            lg, Thomas

          • Dr. Jochen Konrad sagt:

            Lieber Thomas,

            ich glaube, man kann das genau so sagen. :-)

            Lese-Empfehlungen: Alles von Geoffrey Miller un David Buss. Die wissenschaftliche Zeitschrift „Evolution and Human Behavior“. Robin Baker – Krieg der Spermien. Axel Meyer – Adams Apfel und Evas Erben. Astrid von Friesen – Schuld sind immer die anderen. Damit sind Sie erstmal gut ausgestattet.

            Beste Grüße,

            Dr. K

          • Thomas Hoffmann sagt:

            Vielen Dank! Ich werde mir dann das Buch „Die sexuelle Evolution. Partnerwahl und die Entstehung des Geistes“ von Geoffrey Miller als Einstieg holen. (:

  4. Lennart sagt:

    Das möchtegern-eloquente Geschwurbel, mit dem sich Frau Stokowski Woche für Woche unfrewillig blamiert, ist sowieso so ein Thema. Man hat zuweilen den Eindruck, dass sie einfach nur Klicks und Aufmerksamkeit in den sozialen Medien erzeugen soll. Anders lässt sich nicht erklären, warum der Spiegel das eigentlich noch zulässt.
    Was speziell an diesem Artikel auffällt: Die FAZ schafft es, in drei Sätzen mehr Aussagegehalt unterzubringen als Frau Stokowski in den folgenden fünf Absätzen. Man merkt richtig, wie sie die Substanzlosigkeit ihrer Behauptungen mit Textmassen zu kaschieren versucht. Trotzdem sitzt man am Ende da und fragt sich: Hat sie jetzt irgendetwas schlüssig widerlegt? Hat sie das überhaupt versucht?
    Unterhaltsam und aufschlussreich ist in diesem Zusammenhang dieser schöne Artikel: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/thomas-fischer-antwort-auf-kolumne-von-margarete-stokowski-a-1101994.html

  5. Thomas Hoffmann sagt:

    Was ich wirklich sehr schade finde ist, dass man in der Genderpolitik ja schon ausrastet, wenn man Fakten benennt, was im Schnitt kulturunabhängig auf Geschlechter attraktiv wirkt – also quasi wenn man die Biologie so sehr an den Rand drängt, dass auch Partnerwahlkriterienforschung verbannt wird. Wütend genug bin ich ja, aber ich finde es auf einer gewissen Seite, ganz ehrlich sogar „traurig!“. Weil darunter keine Flirtkultur wachsen kann, die sowohl Männer als auch Frauen glücklich macht. Wenn wir eine Kultur hätten, wo wir wissen würden, was das andere Geschlecht schön findet und sich jeder überall auf in der Praxis funktionierende Flirts freuen würde und genau DAS auch ohne sich zu empören verinnerlicht – dann wäre das ein gewaltiger und schöner Fortschritt! Es wäre mehr Harmonie in der Gesellschaft. Ich z.B. wende sehr gerne ihre Tipps vor Frauen an und sehe, ich fühle mich sehr wohl und sie fühlt sich wohl – eine Win-Win-Situation! Ich nimm gerne stolz eine gerade Körperhaltung ein um ihr zu gefallen – aber dieses „Ihr-Zu-Gefallen“ ist nicht negativ gemeint im Sinne von – Ich muss sie nun beeindrucken – sondern im Sinne von – ich weiß eben was sie attraktiv findet und mach ihr eben das Geschenk – dann verhalte ich mich körpersprachlich mal einfach wie ein Mann um ihr damit etwas zu geben – nämlich meine Attraktivität . Fazit: Ihre Augen glänzen! Und wenn sie sich dann auch von ihrer weiblichen Seite zeigt, sie weiß was ICH will und ich auch angetan bin , dann ist das doch eine wirklich schöne und harmonische Situation – die viel echter ist, als dieser alberne Hollywoodkram.

    Ich besuchte heute ein sehr schönes schickes italienisches Restaurant in einem Kurort wo nur waschechte Italiener arbeiten. Männer stehen zum Beispiel auf gut-gekleidete Frauen und eben auch auf gut-gekleidete Kellnerinnen UND auf ihre Höflichkeit. Egal ob das zum Job gehört oder nicht – man achtet darauf und findet es direkt ansprechend – da attraktive, gut-gekleidete, nette Frau! – Ich war auch schön angezogen , mit schickem Hemd, einer stylischen Jeans und schwarzen Schuhen – bin freundlich aber selbstbewusst und auch mit Humor hingegangen – das ergab eine ungewollt flirtige Situation wo man eigentlich den ganzen Abend hinweg nur gelacht und sich gut unterhalten hat, weil man nicht plump war zur Bedienung oder wie ein Vollassi die Kellnerinnen angebaggert hat – sondern weil man einfach gemeinsam frei und locker war – selbst der männliche Kellner hatte nach einem Scherz von mir keine Berührungsängste und hat so üblich wie im Land mir nach einer scherzhaften Bemerkung mir kurz an den Oberarm gefasst – das hat zwar nichts mit Flirten zu tun, weil er ja männlich war, aber es tut schon gut, wenn man auf natürliche Art und Weise freundlich kurz berührt wird – da kommt so eine Art Vertrauen auf, wo man als Gast sich wertgeschätzt fühlt- also einfach nur als Wertschätzungsgeste! Alles wirkte so freundlich und so harmonisch , bis ich dann an die Genderfeministinnen dachte, die mir da wohl den Abend mächtig versaut hätten und zwar mit Sätzen wie.

    – Die machen das für ihren Beruf! Die haben nicht mit ihnen geflirtet, bilden SIE sich bloß nichts ein!
    – Da geht man hin um zu essen und nicht um Kellnerinnen anzuglotzen!
    – Also wenn mich der Ober am Oberarm angrabschen würde, hätte ich aber GANZ anders reagiert! Mich fasst da keiner an! Hätte er dass bei mir als Frau gemacht, dann aber…
    – Sie haben die bestimmt albern angesprochen, und die haben nur aus Höflichkeit so nett reagiert…

    Da blieb mir die Kalbsleber mit Steinpilzen leider im Halse stecken (:

    Alles von mir ehrlich gesagt fast schon Strohmann-Argumente vielleicht, aber mir geht es nur darum dass man im PRINZIP versteht was ich aussagen möchte.

    Ich schließe soziale Faktoren AUCH nicht aus, werde ich auch nicht – aber nur solange es wissenschaftlich ist. Pseudowissenschaftler Empörungsgenderwahnsinn würde mir ein Bein stellen für ein glücklicheres Leben. Darum kaufe ich mir lieber ihre Bücher , lerne dazu und führe endlich das Leben, so wie es mich wirklich erfüllt. Und vor allen Dingen – sobald ich merke, dass ich den Frauen schade, lasse ich SOFORT die Finger weg von solchen E-Books… ich hätte alles schon längst an den Nagel gehangen, hätte ich das Gefühl da nur Frauen zu belästigen – so wie es Genderfeministinnen immer befürchten würden , so nach dem Motto „Herr Konrad, hören sie endlich auf, solche Aufreißerstrategien den armen unsicheren Männern anzudrehen“… heute weiß ich, dass ich darüber nur noch schmunzeln bzw. mit schwarzem, sarkastischem Humor darauf reagieren würde!

    Liebe Grüße

  6. Thomas sagt:

    Hallo Herr Dr. Konrad,

    sie haben Recht mit Ihrer Kritik. Die Genderwissenschaften scheitern bereits an der Grundlagenforschung. Das gewünschte Ergebnis wird politisch vorgegeben und dann nur noch durch die „Wissenschaftlerinnen“ ideologisch zurecht gelegt. Ein Wissenschaftler würde versuchen seine Annahmen zu falsifizieren. Das wird aber aus ideologischer Verbohrtheit nicht gemacht. Das große Tam-tam der „Wissenschaftlerinnen“ ist auch nötig, damit sich niemand traut zu widersprechen.

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