Treu oder nicht treu …

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Loading... … das ist eine gute Frage. Zunächst die wissenschaftliche Seite: Männer sind von Natur aus so angelegt, dass sie ihre Gene an so viele Frauen weitergeben möchten, wie nur irgend möglich. D.h. sie sehen viele Gelegenheiten (schöne Frauen) bei denen sie gerne ihre diese Chance wahrnehmen würden, kommen aber aus verschiedenen Gründen (Treue, Angst, Ablehnung etc.) nicht dazu, dies auch zu tun. Frauen hingegen müssen, weil sie dazu angelegt sind, sich einen Mann zu suchen, der sie und die gemeinsamen Kinder erfolgreich versorgen kann und dazu noch ordentliche Gene bereitstellen konnte. Daher bietet die Strategie der Treue einfach mehr Sicherheit – Frauen phantasieren jedoch ebenso über Sex mit anderen Männern.

Beim Konzept der Treue gibt es entsprechend verschiedene Ansätze. Männer und Frauen müssen sich nämlich im Klaren sein, was die Untreue für Konsequenzen nach sich zieht: Männer können viel eher ungeschoren davonkommen, während Untreue bei Frauen zu viel schlimmeren Konsequenzen führen könnte: Sie verliert nämlich den Versorger und steht dann vor großen Problemen. Heute schaut das natürlich nicht mehr gar so streng und eindeutig aus, weil Frauen wesentlich mehr Alternativen zur Versorgung haben und sie auch wesentlich leichter selbstständig und unabhängig leben können. Trotzdem steckt in uns noch der Jäger und Sammler, von dessen Art zu denken wir uns leider nicht lösen können.

Das Ergebnis: Männer und Frauen betrügen aus verschiedenen Gründen und auf verschiedene Art. Während Männer (moralisch) leichter betrügen, dazu eher motiviert sind und dabei weniger ihre feste Beziehung in Gefahr sehen, noch diese gedanklich mit ihrer Betrügerei in Verbindung bringen, betrügen Frauen ihre Partner viel eher dann, wenn sie schon auf der Suche nach einem neuen Partner sind. Interessanterweise betrügen Frauen ihre Partner insbesondere dann, wenn sie besonders fruchtbar sind – d.h. zu Zeiten um ihren Eisprung herum. Die Art Männer, mit der sie ihre Partner betrügen sind dann auch eher die Typen mit den guten Genen: Der gut aussehende, starke, gut gebaute, muskulöse Kerl, von dem man sich viele gesunde Kinder verspricht. All das ist wissenschaftlich nachgewiesen.

Interessanterweise betrügen sich unterm Strich Männer und Frauen nahezu gleich oft. Bei manchen Menschen gehört das zur Lebensweise, manche haben Beziehungsprobleme, manche wollen nicht treu sein und ihren Partner trotzdem behalten, manche haben einfach die Gelegenheit (Urlaub, Fasching oder sonstige Ausreden für kurzfristig gelockerte Moral) und nehmen sie wahr. Man kann nie genau sagen, was der wirkliche Grund für Untreue ist und man weiß nie, wie sich das auf die Beziehung auswirken wird.

Ich habe über die Jahre aber folgende Punkte entdeckt:

  1. Betrügt eine Frau den Mann, so lässt sich das Ende der Beziehung schon vorhersagen. Betrügt ein Mann seine Partnerin, dann ist alles möglich – die alte Beziehung bleibt erhalten, geht kaputt oder bleibt für immer instabil.
  2. Eine Person – egal ob männlich oder weiblich – die untreu war (auch und besonders schon in vorhergehenden Beziehungen) hat eine wesentlich höhere Wahrscheinlichkeit wieder untreu zu werden.
  3. Ein verheirateter Mann wird mit einer wesentlich höheren Wahrscheinlichkeit bei seiner Frau bleiben, auch wenn er eine jahrelange Affäre hat und ihr immer wieder verspricht, seine Frau zu verlassen.
  4. Zu allen oben genannten Punkten gibt es klare Ausnahmen.

Die Menschen sind viel zu verschieden, um klare Aussagen treffen zu können – vor allem, wenn es sich um Beziehung und Treue handelt.

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3 Kommentare zu Treu oder nicht treu …

  1. Pino sagt:

    Kommt meine Partnerin nach Hause und berichtet sie mir von einem sexuellen Ausrutscher nach einer Betriebsfeier, habe ich Verständnis, nehme ich die in den Arm, tröste sie über ihr Unglück hinweg!

    Hingegen wenn sie ausgeht zum Abendessen und in die Oper mit einem guten Freund und meist noch persönliche Beziehungsdekaden besprechen ohne Sex zu haben, dann ist das für mich das ultimative Fremdgehen, welches nicht in die Libido sondern ins Herz sticht. Ein moralischer Misstritt der zum Beziehungsbruch führt.
    Pino

  2. Sara sagt:

    Wir sollten nicht mehr so katholisch mit unserer Lust umgehen und offen über unsere Bedürfnisse reden in den Beziehungen anstatt diese Treuewand aufzubauen um jeden Preis, welcher meistens aus Angst und Besitzanspruch aufbaut.

    • Dr. Jochen Konrad sagt:

      Liebe Sara,

      Angst vor der „Treuewand“ hat nur die Person, die nicht treu sein kann – und ich sage das noch klarer: Nicht treu sein WILL! Es passt eben nicht besonders gut zu unserer Spaß- und Erlebnisgesellschaft, wenn man sich von einem „egoistischen“ Partner ausbremsen lässt, der sich erdreistet Treue als Grundlage für eine Partnerschaft anzuführen. Wer einen Partner möchte, dessen Wunsch es ist, einen treuen Partner zu haben, sollte ihm/ihr das nicht vorwerfen, sondern dabei mitmachen oder es einfach sein lassen.

      Interessanterweise ist die Treue eine ganz grundlegende Sache in einer Partnerschaft – sie ist uns in unsere menschlichen Bedürfnisse einprogrammiert und lässt sich da auch nicht so leicht entfernen oder wegdiskutieren. Treue macht evolutionspsychologisch nämlich viel Sinn: Man hat einen Partner/eine Partnerin auf den/die man sich verlassen kann und mit dem/der man erfolgreich die (eigenen!) Nachkommen in einer stabilen Umgebung überleben lassen kann. Darum ist die Treue in Sachen Attraktivität auch eine Grundvoraussetzung sowohl für Männer (das ist in den „guten Vatereigenschaften“ versteckt) noch wichtiger aber für Frauen („Treue“ ist einer der wichtigsten Punkte einer attraktiven Frau). So ist das einfach – und darum lässt sich das nicht einfach wegwünschen.

      Verstehen Sie mich nicht falsch: Jeder hat das Recht sein Leben so zu gestalten wie er das für richtig hält. Hat man einen Partner gefunden, mit dem man eine Beziehung unter dem Vorzeichen „treu“ aufbauen kann, so ist das ebenso akzeptabel, wie eine offene Beziehung, in der Treue kein Zwang ist. Leider ist die letztere Sache meistens nicht so klar und einfach zu gestalten, wie man sich das wünscht – zu oft bleibt dabei ein Partner auf der Strecke, bzw. eine Partei kann die Untreue doch nicht so leicht ertragen werden, wie man sich das vorgestellt hat.

      Argumente wie „konservativ“ und „katholisch“ halte ich für mindestens genauso scheinheilig, wie die Sache mit „Angst“ und „Besitzanspruch“ – all das wird meistens nur dazu herangezogen, das eigene schlechte (weil gegen die anfänglich getroffenen Vereinbarungen verstoßende) Verhalten zu rechtfertigen. Bzw. unter einem Vorsatz seine Egoismen durchzusetzen.

      Viele Grüße,
      Dr. K

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